Nach einer recht langen Trockenperiode hatten wir nochmal ein paar Regentage. Gerade im Winter ist es in meinem Gewächshaus auch schnell feucht und kühl, weil es nur ein einfacher Folientunnel ist. Empfindliche Pflanzen wie der Griechische Bergtee bekommen durch das Gießen dann schnell einen Pilz, der zum Absterben der Pflanze führen kann. Ein selbstgemachtes Fungizid aus dem Ackerschachtelhalm wirkt sehr gut, auch vorbeugend als Pflanzenstärkungsmittel.
Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) gehört zu einer sehr alten Pflanzengruppe. Seine Verwandten gab es schon vor über 300 Millionen Jahren zur Zeit der Dinosaurier. Deshalb wirkt er auch ein bisschen „urzeitlich“ mit seinen gegliederten Stängeln.
Eine Besonderheit:
Er bildet zwei verschiedene Triebe im Jahr:
Frühjahr: bräunliche, fruchttragende Triebe mit Sporen
Sommer: grüne, verzweigte Triebe – diese sammelt man für Jauche, Brühe oder Tee
Warum er im Garten so nützlich ist
Der große Vorteil von Ackerschachtelhalm ist sein hoher Gehalt an:
- Kieselsäure (Silizium)
- Mineralstoffen
- sekundären Pflanzenstoffen
Diese Stoffe können:
- Pflanzengewebe festigen
- Blätter widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten machen
- das allgemeine Wachstum unterstützen
Deshalb wird er häufig eingesetzt gegen:
- Mehltau
- Sternrußtau
- Rostpilze
- Kraut- und Braunfäule (vorbeugend)
Viele Bio-Gärtner nutzen ihn genau so wie du: regelmäßig und vorbeugend sprühen wirkt meist am besten.
Wann und wie man ihn sammelt
Die beste Zeit ist meist von Mai bis Juli, wenn die grünen Triebe kräftig sind.
Worauf du achten solltest:
- Nicht direkt an stark gedüngten Feldern sammeln
- Möglichst junge, frische Triebe nehmen
- Am besten bei trockenem Wetter ernten
Ein Tipp aus der Praxis: Wenn du ihn einmal am Grundstück hast, bleibt er oft lange – wegen seines tiefen Wurzelsystems (Rhizome bis über 1 m tief).
Warum er oft auf bestimmten Böden wächst
Ackerschachtelhalm ist ein echter Bodenanzeiger. Er taucht häufig auf bei:
- verdichteten Böden
- staunassen Flächen
- eher sauren Böden
- mineralstoffarmen Böden
Viele Landwirte sagen:
„Wo Schachtelhalm wächst, braucht der Boden Luft.“
Mulch, Bodenlockerung und Humusaufbau können ihn langfristig etwas zurückdrängen – gleichzeitig nutzt man ihn dann einfach als Rohstoff. 😉
Kleiner Sicherheits-Hinweis
Es gibt eine ähnliche Art: Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre)
Der ist giftig für Tiere (vor allem Pferde und Rinder). Für die Pflanzenbrühe im Garten wird deshalb nur Ackerschachtelhalm verwendet.
Ein einfaches Merkmal: Ackerschachtelhalm wirkt meist filigraner und wächst eher auf trockeneren Feldern oder Wegrändern.
Wenn du keine Stelle mit Ackerschachtelhalm in deiner Nähe oder im Garten hast, oder dir nicht sicher bist, kannst du auch getrocknetes Kraut verwenden. Dies gibt es als Tee in Drogerien oder Onlineshops.
Ackerschachtelhalmbrühe als natürliches Fungizid
👉 So wird's gemacht:
- 100 g frischen oder 10–15 g getrockneten Ackerschachtelhalm
- 1 Liter Wasser (am besten Regenwasser)
- Alles 24 Stunden einweichen, dann ca. 30 Minuten leicht köcheln lassen
- Abkühlen lassen, abseihen, und 1:5 verdünnt auf die Pflanzen sprühen
Anwendung nach einer Woche wiederholen. Die Brühe kann auch vorbeugend gesprüht werden.